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Eidgenössische Jury für Literatur, 2015.

Jury

Editorial des Präsidenten

 

Seit 2012 vergibt die Eidgenossenschaft auch Preise und Auszeichnungen in der Literatur. Aber gibt es denn diese in der Einzahl? Gedichte, Kriminalromane, Essays, Hörspiele, Autobiographien, Theaterstücke, Erzählungen etc. stehen nebeneinander. Und das auch noch in vier Sprachen? Die Jury, Fachleute  unterschiedlicher Sensibilitäten und Muttersprachen, wagt die Zusammenschau, wägt das, was man schlecht vergleichen kann, gegeneinander ab. Die auszuzeichnenden Werke sollen ja nicht nur aus ihresgleichen herausragen. Sie sollen es auch verdienen, jenseits der Welt, in der sie entstanden sind, wahrgenommen zu werden. Die innerschweizerischen Grenzen sind dabei fast schwerer zu überwinden als die zwischen gleichsprachigem In- und Ausland. 

Es wäre ein Verrat an der Vielfalt, wollte man aus den fast 250 Werken, die für den eidgenössischen Literaturwettbewerb eingereicht wurden, willkürlich einen Sieger auswürfeln. Nach intensiven, in drei Sprachen geführten Gesprächen stellte die Jury eine Liste von sieben Werken zusammen, die in ihrem Ensemble das Bild einer höchst lebendigen, bunten und risikofreudigen literarischen Gegenwart vermitteln.